Müngstener Brücke
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Die Müngstener Brücke ist eine 107 Meter hohe und 465 Meter lange Eisenbahnbrücke in Müngsten, Remscheid, im Bergischen Land und gilt als eines der Wahrzeichen der Region. Sie ist die höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands und überbrückt ein Tal der Wupper. Über die Brücke läuft der Zugverkehr der Regionalbahn 47 (RB 47) von Wuppertal nach Solingen. Sie befindet sich zwischen den Haltepunkten Solingen Mitte und Remscheid-Güldenwerth.
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Geschichte
Mit dem Bau der Brücke wurde 1894 begonnen, fertiggestellt wurde sie 1897. Die Einweihung erfolgte am 15. Juli 1897. Über 5000 Tonnen Stahl und 950.000 Nieten wurden verbaut. Bis 1918 hieß sie noch Kaiser-Wilhelm-Brücke, zum Ende des Ersten Weltkrieges wurde sie dann in Müngstener Brücke umbenannt.
2010 bis 2012: Zeitweise Sperrung und Feststellung des Sanierungsbedarfs
Anfang 2010 gab es Sicherheitsbedenken bezüglich der Brücken-Statik. Züge durften seitdem nur noch mit einer Geschwindigkeit von zehn Kilometern pro Stunde über die Brücke fahren. Die Deutsche Bahn AG musste daher dem Eisenbahnbundesamt bis Ende September 2010 die Stabilität der Brücke nachweisen, so dass vom 27. bis 29. September 2010 Belastungstests stattfanden. Am 18. November 2010 entschloss sich die Deutsche Bahn AG, die Müngstener Brücke bis auf Weiteres zu sperren. Demnach müssen Bauteile an der Brücke montiert werden, die der Verstärkung des Bauwerkes dienen. Am 23. November 2010 schließlich erließ auch das Eisenbahnbundesamt eine Sperre. Stattdessen wurde ein Ersatzverkehr mit Linienbussen eingerichtet. Eine komplette Sanierung der Brücke wird nach Schätzung der Experten fünf Jahre dauern und schätzungsweise 30 Millionen Euro kosten. Seit Juni 2011 dürfen wieder Züge über die Brücke fahren.1 Am 11. Januar 2012 wird auf dem Neujahrsempfang der Bergischen IHK bekannt, dass die Deutsche Bahn AG die Sanierung vornehmen wird. Zu einem Güterverkehr soll es nicht mehr kommen, der wird nach den Plänen über Wuppertal-Barmen abgewickelt. Am 17. Januar 2012 stellten im Haus Müngsten Vertreter der Deutschen Bahn AG die Sanierungspläne der Öffentlichkeit vor. Demnach müssen 248 Längsträger sowie darunter liegende Rollenlager ausgetauscht werden. Mit der Sanierung soll in den Sommerferien 2012 begonnen werden. Nach Abschluss der Arbeiten wird eine Betriebsdauer von weiteren 30 Jahren angestrebt.2
2011: Bewerbung als Weltkulturerbe
Die Deutsche Bahn AG, die Städte Solingen, Remscheid und Wuppertal sowie die Bergische Entwicklungsagentur haben am 27. Oktober 2011 einen Antrag beim Bauministerium des Landes Nordrhein-Westfalen eingereicht, das denkmalgeschützte Bauwerk zum Weltkulturerbe erklären zu lassen. Eine Entscheidung soll Anfang 2012 fallen.3 Allerdings muss sich der Vorschlag zunächst gegen verschiedene nationale Mitbewerber um den Titel durchsetzen. Letztendlich entscheidet die Kultusministerkonferenz, welche beiden Projekte der UNESCO vorgeschlagen werden.4
Nahverkehr
Für den schienengebundenen Nahverkehr ist die Brücke in der Region von großer Bedeutung. Schon mit dem Brückenschlag verkürzten sich die Fahrzeiten zwischen den Städten im Bergischen Land teilweise erheblich. Im Jahr 2011 benutzten 5000 Fahrgäste pro Tag die Züge der RB 47.
Tourismus
Einmal im Jahr findet das Müngstener Brückenfest statt, das an den Bau erinnern soll. Unterhalb der Müngstener Brücke wurde im Rahmen des Strukturförderungsprojektes Regionale 2006 der Müngstener Brückenpark angelegt. Später, im Mai 2010, eröffnete auf dem Gelände auch das Haus Müngsten, unmittelbar an der Wupper gelegen. Bauherr der 400 Plätze beinhaltenden Gaststätte ist die Lebenshilfe, die in das Projekt 2,7 Millionen Euro investierte.
Weblinks
Quellen
- 1 RP-Online: Maßgeblich für die größten Bauwerke der Welt, 10. November 2011
- 2 Bergische Morgenpost: Brücke wird ab Sommer saniert, 18. Januar 2012, Henning Röser/Günter Tewes
- 3 WDR: Bewerbung für Kulturerbe-Liste läuft, 27. Oktober 2011
- 4 Spiegel-Online: Müngstener Brücke könnte Weltkulturerbe werden, 10. August 2011