Schloss Hückeswagen
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Das Schloss Hückeswagen ist das historisch wichtigste Gebäude der Stadt. Es war als Burggebäude der Sitz der Grafen von Hückeswagen, bevor sie 1260 ihre Besitztümer an die Grafen von Berg verkauften. Heute sind dort Teile der Stadtverwaltung und das Heimatmuseum untergebracht.
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Lage
Das Schloss befindet sich auf einer Höhe von 308 Metern über N.N. auf einem Bergsporn. Umgeben ist es von einem Schlosshagen, der mit Wegen erschlossen ist. Die Zufahrt mit dem Pkw erfolgt durch die Altstadt über die Marktstraße, welche auf dem Schlossplatz mündet. Am Schlossplatz befindet sich der Rosengarten und getrennt durch eine schmale Straße die Pauluskirche.
Geschichte
Erstmals erwähnt wurde das Schloss als „castrum Hukingiswage“ im Jahr 1189. Wahrscheinlich hat es bereits 1138 bestanden, da in diesem Jahr Graf Friedrich von Hückeswagen erstmals in einer Urkunde erwähnt wird. Nach dem Verkauf der Freiheit Hückeswagen (und damit auch der Burg) im Jahr 1260 an die Grafen von Berg diente das Gebäude als Witwensitz für die Gräfin Margareta von Berg. Danach erfolgten mehrfache Verpfändungen, auch wohnten Amtmänner und Kellner dort. Im Jahr 1397 bekam die Burg die amtliche Bezeichnung Schloss. Aus einem Dokument des Jahres 1494 geht hervor, dass das Schloss sehr verfallen war. Zu diesem Zeitpunkt wurde das Gebäude an Wilhelm von Plettenberg verschrieben. Am 18. November 1653 wurde das Schloss durch einen Leutnant Jungbluth für den Pfalzgrafen Philipp Wilhelm von Neuburg erobert. Er ließ es mit 25 Soldaten einnehmen, die unter anderem Sturmleitern einsetzten. Zu dem Zeitpunkt befand es sich im Besitz von Johann Adolf von Schwarzenberg.
1683 kam die Schlosskapelle (Nord-Ost-Flügel und heute das Heimatmuseum) in den Besitz der Katholischen Kirche. Das Schloss befand sich auch in der Folgezeit ständig im schlechten Zustand. Es wurde meistens von Richtern und Beamten bewohnt und war Amts- und Gerichtsstätte. Aufgehalten wurde der Verfall um das Jahr 1820. Die Tuchfabrikanten und Kaufleute Gebrüder Wülfing, W.A. Johanny und Carl Nörrenberg statteten die Räume mit Komfort aus und nutzen sie für ihre Geschäftszwecke.
Am 12. November 1882 verlässt die katholische Gemeinde in Hückeswagen die Kirche im Schloss und bezieht die Katholische Pfarrkirche. Zwei Jahre später wird dieser Komplex von der Stadt gekauft. 1887 benutzte der Turnverein Hückeswagen (heute ATV Hückeswagen) die Räume als Turnhalle.
Im Jahr 1926 werden einige uralte Burgteile, wie die zur ersten Etage führende enge Außentreppe und die Zwingermauern, von denen nur noch die zirka 1,50 hohen Mauerreste sichtbar waren, geschleift. Rund um den Schelmenturm wurden die Fichten gefällt.
Am 8. Oktober 1959 wird der alte Eingang zur ehemaligen Schlosskirche entfernt und später durch einen Eingang am "Rondell" ersetzt.
Das Schloss als Standort für die Stadtverwaltung
Im September 1884 erwirbt die Stadt Hückeswagen von der Katholischen Kirchengemeinde die frühere katholische Schlosskirche sowie den Hausgarten und eine Holzung, die Höfchen genannt wird. Am 15. Oktober 1884 gingen weitere Teile das Schloss in den Besitz der Stadt über. Im ehemaligen katholischen Kirchenraum wurde eine Zwischendecke eingezogen, so dass ein Tagungsraum für die Stadtverordneten entstand. Auch der Bürgermeister wohnte dort zeitweise. Am 26. November 1885 verlegt die Stadtverwaltung schließlich ihre Büros ins Schloss.
Im Schloss war 2012 untergebracht: Der Bürgermeister und der Fachbereich III (Bauen, Planen, Umwelt). Ein größeres Problem waren 2012 die hohen Energiekosten. Die Niedrigtemperaturheizung stammt aus dem Jahr 1974, eine Wärmedämmung ist aufgrund der Gebäudestruktur und der Gebäudeart nur bedingt möglich.
Ratssaal
Im Ratssaal wurde 1921 ein Tisch für die Ratsmitglieder installiert. Er hatte seinerzeit 50.000 Reichsmark gekostet. Aufgrund eines größer gewordenen Rates nach der Kommunalwahl 2009 ist der Tisch zu klein geworden und wurde für 38.000 Euro durch einen größeren ersetzt. Der alte Tisch wird vom Freilichtmuseum Lindlar übernommen.
Weitere Einrichtungen im Schloss
- Heimatmuseum Hückeswagen
- Öffentliche Toilette
Schlossvorplatz
Der Schlossvorplatz ist mit Pflastersteinen befestigt. Er kann mit Autos befahren werden, zeitweise ist dort Parken erlaubt. Der Platz ist bis auf eine Zufahrt mit einer Mauer eingefriedet. Auf dem Platz seitlich hin zur benachbarten Pauluskirche befindet sich die Nachbildung eines historischen Brunnens. Am Rande des Platzes befinden sich unter anderem:
- eine Infotafel aus Metall mit der Geschichte zum Schloss
- eine Infotafel zum Historischen Rundweg (nahe den Fahnenmasten)
- ein Gedenkstein an die Partnerschaft mit Etaples sur Mer
- eine Ladesäule für Elektroautos, seit dem 15. April 2011 betriebsbereit.
Im Eingangsbereich des Heimatmuseums sind vier Grabsteine angebracht:
- Grabstein vom „10.04.1701 TILMANS AUFEM HEYD seine Hausfrau Christina“
- ein Grabstein von „Peter Hartcop 1754“
- ein Grabstein aus dem Jahr 1686
- ein Grabstein aus dem Jahr 1793
Kontroversen
Immer wieder gibt es den Wunsch, im Schloss ein Café oder eine Gastronomie einzurichten. Die Vorhaben scheiterten bisher an dem Umstand, da die Brandschutzauflagen für eine solche Einrichtung einen aufwändigen Umbau erfordert hätten.1 Im November 2011 kam die Diskussion auf, das Schloss, welches sich im Besitz der Stadt Hückeswagen befindet, zu verkaufen. Allerdings müsse der Käufer bestimmte Bedingungen erfüllen, beispielsweise die Zugänglichkeit des Schlosses für die Öffentlichkeit.2
Quellen
- RP-Online: Café im Schloss bleibt Traum, 14. November 2011
- RP-Online: Schloss zu verkaufen, 19. November 2011